CSD-Parade am 04.08.

`Gegen Diskriminierung -für gleiche Rechte´;

´Freie Bahn dem Genderwahn´ oder auch ´it´s okay to be gay´ waren nur einige der Slogans, die auf den bunten Wägen während der CSD-Parade zu lesen waren.

 

 

Ich liebe Hamburg. Vor allem auch, weil man hier das Gefühl hat, ein wenig freier leben zu können. Zumindest habe ich das Gefühl. Meine Erziehung verbietet mir jegliche Art der Diskriminierung. Meinen Eltern war es immer wichtig, dass wir (meine Geschwister und ich) offen mit jedem Menschen umgehen und uns anhören, was derjenige zu sagen hat, unabhängig von Vorurteilen und Meinungen anderer. Wahrscheinlich aus diesem Grund wollte ich schon immer mal zu einer CSD-Parade. Ich kann gar nicht sagen, warum ich es bis zu diesem Jahr noch nie geschafft habe und bin deswegen umso glücklicher, dass es endlich geklappt hat. Ein I-Tüpfelchen ist dabei natürlich, dass ich mir nicht nur das bunte Treiben anschauen konnte, sondern gleich mitlaufen durfte.

Bevor wir bei unserem Treffpunkt angekommen sind, konnten wir (Henny, ein Freund und ich) schon einen ersten Eindruck davon bekommen, wie farbenfroh unser Tag werden würde. Wir sahen Transvestiten, angemalte Menschen, Menschen in Lack und Leder und Menschen mit Tiermasken (hauptsächlich Hunde). Es fiel mir aber auch etwas anderes ins Auge. Es schien, als ob die ganze Innenstadt mitfeiern würde. An den Geschäften waren Luftballons in den Farben des Regenbogens (Zeichen für Dinge wie Aufbruch, Toleranz, Akzeptanz, Veränderung, uvm.) Unter vielen Fenstern hingen zudem auch bunte Flaggen. Es war ein einziges farbenfrohes Durcheinander. Es war wunderschön.

Als wir bei dem Velotaxi des HVD, der uns mitgenommen hat, ankamen, durften wir dieses noch mit beschmücken, wurden von der reizenden Cinja mit ausreichend Glitzer auf den Wangen versorgt und marschierten mit unseren Giveaways los.

Während wir so liefen, habe ich das Velotaxi ein paarmal aus den Augen verloren, weil ich neben dem Verteilen der Aufkleber und Luftballons (Aufschrift: Gegen Diskriminierung – für gleiche Rechte) mir größte Mühe gegeben habe, jedem „Free Hugs“- Schild (zu Deutsch: kostenlose Umarmungen) nachzukommen. Ich habe wohl noch nie soviel Liebe von völlig Fremden an einem Tag bekommen und habe diese trotz Hitze wahrlich genossen. Ich weiß auch nicht, was ich zwecks des Publikums erwartet habe, aber ich muss zugeben, dass ich doch davon überrascht war, wie allumfassend diese Menschenansammlung war. Von fast nackt bis fast komplett verschleiert war alles dabei und von irgendwo kam immer Musik. Man war beim Tanzen immer im Takt… oder eben nie.

Mein Fazit? Ich hatte einen wahnsinnig tollen Tag, mit unfassbar netten Menschen. Danke, an Henny, der mich mitgenommen hat und danke an den HVD, der uns mitlaufen lies. Ich freue mich schon auf nächstes Jahr!